Verbrechen & Strafen

Gewalt in der Familie: Jede Woche sterben drei Kinder

Alkohol, Nikotin und Desinfektionsmittel: Weil er seiner zwölf Monate alten Tochter diesen Gift-Cocktail eingeflößt haben soll, wurde ein Vater wegen versuchten Mordes angeklagt. Genauso wie der Vater, der die kleine Leonie wegen „Erziehungsmaßnahmen“ unter die kochend heiße Dusche gestellt hat. Und niemand hat den Kindern geholfen. Unfassbare Einzelfälle? 

Gewalt in der Familie: Jede Woche sterben drei Kinder

Wenn Sie es nicht mehr hören können oder wollen, lesen Sie jetzt nicht mehr weiter.

Aber allein in Deutschland wurden z.B. 2017 laut Kriminalstatistik 143 Kinder zu Tode misshandelt, 2019 waren es 112 Kinder. Ja, Sie haben richtig gerechnet: Jede Woche sterben fast drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung. Und viel zu oft wird von allen Seiten einfach weggeschaut. Doch dadurch wird eine solche Tat oft sogar erst ermöglicht. Und die "Wegschauer" kommen dann auch noch allzu oft mit einer geringen Strafe davon. 

Ein Anruf hätte genügt, um die Kleine zu retten

Aber auch wenn die Strafen dann einmal tatsächlich härter ausfallen - nützen tut´s offensichtlich nichts. 

Das zeigt uns z.B. der Fall der kleinen Zoe aus Berlin: Der Stiefvater schlug der Zweijährigen derart brutal in den Bauch, dass sie drei Tage später starb. Zwölf Jahre Gefängnis für den Täter, acht Jahre für die Mutter, die, um die Entdeckung der Misshandlung zu verhindern, nicht mit dem Kind zum Arzt gegangen ist. Dabei hätte ein Anruf beim Notruf genügt, und Zoe wäre noch am Leben. 

Das Jugendamt schaut weg

Überhaupt nicht zu verstehen ist außerdem die Tatsache, dass diese Familie dem Jugendamt bereits vorher von Nachbarn gemeldet worden war. Aber, so äußerte sich die Leiterin des Amtes nach dem Tod des Mädchens: „Eine Kindswohlgefährdung musste zu keinem Zeitpunkt befürchtet werden.“

Was für eine anmaßende Fehleinschätzung.

Und auch sonst mischt sich niemand ein

Ebenfalls nicht zu verstehen ist, warum sich tendenziell niemand einmischt, wenn Kinder von wem auch immer verprügelt werden. So wie in Hamburg in der Buslinie 130 (Polizeimeldung POL-HH: 141113-4): Eine junge Mutter trat und schlug mehrfach brutal nach ihrem Kind – und niemand ging dazwischen.

Hat denn keiner Mitgefühl?

Brauchen wir also härtere Gesetze? Nein, wir brauchen mehr Interesse füreinander, mehr Mitgefühl mit den Opfern. Und mehr Mut.

Vielleicht wird der ja geweckt durch diese kleine Geschichte, die wir im Internet gefunden haben: 

Ein Kind sagt zu seiner Mama: „Mama, ich habe Dein Bettlaken mit Lippenstift angemalt.“ Rasend vor Wut verprügelt die Frau ihr Kind. Bis es bewusstlos wird. In Tränen aufgelöst fleht darauf die Mutter, das Kind möge seine Augen aufmachen. Doch zu spät. Sein kleines Herz hat aufgehört zu schlagen. Leblos liegt es auf dem Bettlaken, auf dem mit Lippenstift in kindlicher Schrift geschrieben steht: „Ich hab dich lieb, Mama.“ 

Schlagwörter: