Zwar sollte man hoffen nie davon Gebrauch machen zu müssen, als Kind wollte trotzdem jeder daran ziehen: Die Notbremse im Zug.
Aber unter welchen Umständen darf man die Notbremse betätigen? Und was passiert wenn man die Bremse ohne triftigen Grund zieht?

 

Folgen der Bremsbetätigung 

Zunächst sollte man sich die Konsequenzen die eine Notbremsung auslöst vor Augen halten.
Betätigt man die Notbremse halten die Züge an.
Je nach Geschwindigkeit birgt die Bremsung zunächst Verletzungsrisiken für die Insassen, insbesondere für die Reisenden ohne Sitzplatz. Nachdem der Zug zum stehen gekommen ist blockiert er dann die Gleise. Jeder der die Deutsche Bahn kennt weiß, dass ein außerplanmäßiger Halt zu unberechenbaren Zugausfällen im ganzen Bundesgebiet führen kann. 
Zuletzt muss die Notbremse verplombt sein. Dies dient dazu, die Bremseigenschaften der Notbremse zu gewährleisten, und ist eine Voraussetzung für den Zug überhaupt fahren zu dürfen. Die Notbremse muss also vor der Weiterfahrt neu verplombt werden.
Nach jeder Betätigung der Notbremse wird geprüft ob der Bremsvorgang notwendig war oder nicht. 
Gibt es für die Betätigung der Bremse keine triftigen Grund, drohen dem Handelnden nicht nur Vertragsstrafen durch die Deutsche Bahn sondern eventuell liegt sogar ein Straftat nach § 145 StGB.

Wann ist es erlaubt?

Die Notbremse darf nur im Notfall gezogen werden. Ein Notfall liegt dann vor, wenn eine gegenwärtige Gefahr für einen Menschen oder den Bahnverkehr besteht, die nur durch das Betätigen der Bremse verhindert werden kann. Ist jemand in der Zugtür eingeklemmt oder droht der Zug zu entgleisen, darf die Notbremse betätigt werden.
Handelt es sich aber um einen anderen medizinischen Notfall, rechtfertigt dies oft nicht die Notbremsung. In einem solchen Fall muss über den internen Notruf des Zuges das Bahnpersonal kontaktiert werden. Die Mitarbeiter kümmern sich daraufhin um einen Notarzt.

Die Notbremse im Zug darf also wirklich nur dann gezogen werden, wenn durch das Bremsen eine gegenwärtige Gefahr abgewehrt wird. Es drohen sonst hohe Vertragsstrafen oder sogar ein Strafverfahren.

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