Sie möchten mit einem Studium oder einer Ausbildung beginnen, wissen aber nicht wie Sie sich währenddessen finanzieren sollen?
Hier erfahren Sie unter welchen Umständen Sie Anspruch auf eine Ausbildungsförderung haben



Allgemeines

Grundsätzlich sind die Eltern verpflichtet die erste Ausbildung des Kindes zu finanzieren. Dies ergibt sich aus §§ 1601, 1610 II BGB.
Um Kinder aus sozial schwächeren Familien nicht abzuhängen, gilt in Deutschland aber das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Darin ist geregelt, wer unter welchen Umständen einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung hat.

Wer hat Anspruch? 

Nach § 1  BAföG haben Auszubildende einen Anspruch auf Ausbildungsförderung, wenn die für ihren Lebensunterhalt und ihre Ausbildung erforderlichen Mittel anderweitig nicht zur Verfügung stehen.
Dabei kann die Ausbildungsförderung für den Besuch von Schulen, Universitäten, Fachhochschulen und weiteren Einrichtung geleistet werden. 
Der Auszubildenden darf aber zu Beginn der Ausbildung, je nach Ausbildungsart, nicht älter als 29 bzw. 34 Jahre alt sein. Allerdings bestehen auch hiervon Ausnahmen, zB. für Auszubildende mit Kind.

Umfang, Förderung & Rückzahlung 

Der Umfang der Förderung hängt von der finanziellen Situation des Auszubildenden ab. Dafür wird das Einkommen und Vermögen des Auszubildenden, das Einkommen des Ehegatten und in der Regel das Einkommen der Eltern berücksichtigt, § 11 BAföG.
Die Förderung beträgt im Wintersemester 2021/2022 maximal 861€/Monat, dafür dürfen Auszubildende aber nicht bei den Eltern wohnen, und nicht familienversichert sein.
Die Förderung wird grundsätzlich für die Regelausbildungszeit geleistet. 
50% der Förderung ist dabei ein Zuschuss, 50% ein zinsloses Darlehen.
Es muss also grundsätzlich die Hälfte der Förderung zurückgezahlt werden, allerdings liegt die Obergrenze der Rückzahlung bei 10.000€.
Die Rückzahlung des BAföGs setzt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer mit vierteljährlichen Raten von 390€ ein.

Fazit

Ob sie einen Anspruch auf Ausbildungsförderung haben, und in welchem Umfang sie gefördert werden, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Es lohnt sich allerdings einen Antrag auf eine Förderung zu stellen, da 50% einen reinen Zuschuss darstellen.



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