Sie haben einen großen Garten den Sie mit Leben füllen wollen und fragen sich, ob Sie dort Tiere halten dürfen?
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Rechtslage in Deutschland. 

Wie ist die Rechtslage?

Jeder Mensch genießt in Deutschland Freiheitsrechte. Diese sind im Grundgesetz niedergeschrieben und dienen dem Zweck, die Individualität des Einzelnen zu fördern.
Wenn also jemand einen Streichelzoo in seinem Garten errichten möchte, dann soll er das machen. Oder?
Ganz so einfach ist es nicht. So müssen die Tierschutzschutz Rechte gewahrt werden, die baurechtlichen Anforderungen müssen erfüllt sein, und die Schutzrechte anderer Menschen dürften nicht verletzt sein.
Aus § 2 Nr. 1 des Tierschutzgesetz (TierSchG) ergibt sich, dass jedes Tier artgerecht gehalten werden muss. Dies unterscheidet sich je nach Eigenart. So gilt für den Hund zum Beispiel eine eigene Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV).
Die Tierhaltung wird zudem stark vom Baurecht eingeschränkt. So bestimmt die Gebietsart in der Sie wohnen, was erlaubt ist. Der  § 14 I der Baunutzungsverordnung (BauNVO) erlaubt zwar die Kleintierhaltung auch in einem reinen Wohngebiet, die Rechtsprechung hat diese Regelung durch Gerichtsurteile aber stark eingeschränkt. 
So hat der Verwaltungsgerichtshof Baden Württemberg zB. entschieden, dass die Haltung von Pferden nicht der Eigenart eines allgemeinen Wohngebiets entspricht (VGH BW, Urteil vom 10.10.2003 - 5 S 1692/02).
Zuletzt sollten sie natürlich auch Rücksicht auf ihren Nachbarn nehmen. Reden Sie mit ihren Nachbarn über ihre Pläne, und hoffen auf ein fruchtbares Gespräch.
Ob und was für Tiere Sie in ihrem Garten halten dürfen, hängt also von vielen Faktoren ab. 


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