Familie, Ehe & Scheidung

Kindesunterhalt & Betreuungsmodelle

Eine Trennung ist sowohl für die Eltern als auch für die Kinder ein sehr scharfer Einschnitt in das bisherige Leben. Sich aber an einer unglücklichen Beziehung festzuklammern ist wie an einem Stacheldraht festzuhalten. Insbesondere wenn einer der Partner zu Drogen, Gewalt oder Alkoholmissbrauch neigt. Paare entscheiden sich daher zum Wohl aller Familienmitglieder oftmals für eine Trennung bzw. Scheidung. Um der Eltern-Kind-Beziehung gerecht zu werden, halten Eltern sich an bestimmte Modelle und versuchen das Sorgerecht untereinander zu teilen.

Doch welche Arten gibt es und was bedeutet es für das Kind?

Residenzmodell?!

Beim sog. Residenzmodell hat das gemeinsame minderjährige Kind seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort bei einem Elternteil. Folglich ist ein Partner für die Pflege und Erziehung verantwortlich, während der andere Teil größtenteils monatlich Barunterhalt leistet.

Gibt es eine Alternative?

Eine andere Wahlmöglichkeit zum vorherigen Modell bietet das Paritätsmodell, auch bekannt als das Wechselmodell. Hier unterscheidet man zwischen dem echten und unechten Wechselmodell. Beim echten Wechselmodell sind die elterlichen Pflichten gleichermaßen aufgeteilt (50/50). Das Kind pendelt zwischen zwei Haushalten und so werden auch die Betreuungsleistungen wie Bar- und Naturalunterhalt entsprechend verteilt.

Man beachte jedoch, dass Barunterhalt nicht pauschal in identischer Höhe aufgeteilt werden darf. Schließlich verdienen die Partner selten die gleiche Summe. Daher werden die Beträge stets am jeweiligen Einkommen bemessen.

Für wen eignet sich das Wechselmodell?

  • Am ehesten eignet sich das Wechselmodell natürlich für Eltern, die keinen Rosenkrieg führen und in der Lage sind friedlich miteinander umzugehen. Schließlich muss vor jedem Wechsel kommuniziert werden, damit Termine wie Arztbesuche, Fußballtraining oder andere Anlässe fristgerecht eingehalten werden können.

  • Insbesondere für Eltern, die nah beieinander wohnen stellt das Wechselmodell zum Wohle des Kindes die bessere Wahl dar. So kann die Eltern-Kind-Beziehung zu Mutter und Vater gleichermaßen gewahrt werden und man wirkt im schlimmsten Fall sogar einer „Entfremdung“ entgegen.

  • Wichtig für das Kind ist vor allem, dass geknüpfte Freundschaften aufgrund des Wechsels nicht zu Brüche gehen. Das gewohnte Umfeld sollte daher möglichst beibehalten werden.

  • Zu guter Letzt sollte die Bedeutung der finanziellen Leistungsfähigkeit beider Eltern nochmals betont werden. Kommen nicht beide Eltern in gleichem Maße für ihre Unterhaltspflicht gerecht, könnten sie unter Umständen zu einem unechten Wechselmodell (z.B. 45/55) neigen. Dies wiederum hätte den großen Nachteil, dass es aufgrund der gesetzlichen Unterhaltsberechnung zu unerwünschten Ergebnissen kommen könnte. Dieser Faktor für ein echtes Wechselmodell sollte daher nicht vernachlässigt werden.

Unabhängig in welche Richtung man am Ende eher tendiert, im Zweifel sollte vorerst selbstverständlich an das gemeinsame Kind gedacht werden. Wichtig ist, dass das Kind den Bezug zu den Eltern nicht verliert. Das Alter des Kindes und dessen Wünsche und Bedürfnisse sollten daher im Vordergrund stehen. Es gibt kein richtig oder falsch. Jede Betreuungsform sollte stets für den speziellen Einzelfall gut bedacht sein.

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