Behörden & Vorschriften

BehindertengeRECHT?!

Rund 8 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Schwerbehinderung. Oftmals sind zwar ältere Menschen betroffen, doch das ist nicht die Regel. Man beachte, dass knapp 89% der Behinderungen überwiegend auf Krankheiten zurückzuführen sind. Hierunter sind nicht nur körperliche Behinderungen zu verstehen, sondern auch geistige bzw. seelische Leiden haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen.

Wann gilt man als „schwerbehindert“?

Das Sozialgesetzbuch (SGB IX) spricht von einer Schwerbehinderung, wenn Menschen aufgrund unterschiedlicher Leiden in ihrer Erwerbstätigkeit nicht nur vorübergehend beeinträchtigt sind bzw. eine Erwerbsminderung von mehr als sechs Monaten zu erwarten ist. Insbesondere der Grad einer Behinderung (GdB) mit mindestens 50 ist ein aussagekräftiges Merkzeichen für die Schwere von Behinderungen, welche auf Antrag durch die zuständige Behörde festgestellt wird.

§ 7 AGG: Benachteiligungsverbot

In Stellenausschreibungen wird immer häufiger betont, dass bei gleicher Eignung Menschen mit Behinderungen bevorzugt werden. Aber auch das Gegenteil ist keine Seltenheit. Werden Sie aufgrund Ihrer Behinderung benachteiligt oder gar diskriminiert, stehen Ihnen Entschädigungs- und Schadensersatzansprüche aus dem SGB in Verbindung mit dem AGG zu.

Kündigungsschutz

Jede Kündigung eines schwerbehinderten Menschen bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Anderweitig ist die ausgesprochene Kündigung nichtig.

Urlaubsansprüche

Weisen Sie eine Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent nach, so stehen Ihnen bei einer 5-Tage-Woche fünf weitere Urlaubstage zur Verfügung bzw. bei einer 6-Tage-Woche sechs zusätzliche Urlaubstage. Auch sind schwerbehinderte Menschen auf Wunsch von Mehrarbeit freizustellen.

Rente

In einer alternden Gesellschaft steigt auch die Regelaltersrente für Schwerbehinderte stufenweise an. Personen die 1964 oder später geboren sind, können ab einem GdB von wenigstens 50 mit 65 Jahren ohne Abschläge in die Rente. Sind Sie jedoch zwischen 1952 und 1963 geboren, liegt Ihre abschlagsfreie Regelaltersrente zwischen 63 und 65 Jahren. Parallel ist auch die frühestmögliche Altersrente von 60 auf 62 angestiegen.  Wünschen Sie nun eine frühere Rente, greifen besondere Bestimmungen für die vorzeitige Inanspruchnahme ein und Ihre Bezüge verringern sich monatlich um 0,3 Prozent, maximal jedoch um 10,8 Prozent.

Die oben genannten Nachteilsausgleiche können vielleicht nicht alle Hürden im Leben kompensieren, aber zumindest mit einem Augenmerk auf die individuellen Nachteile diese versuchen zu minimieren.  

Finden Sie hier den passenden Anwalt in ihrer Nähe: