Arbeitgeber & Arbeitnehmer

Sind 12 Stunden-Schichten erlaubt?

Jeder hat schon Geschichten von zwölf Stunden-Schichten aus dem Krankenhaus gehört.
Addiert man zu den zwölf Stunden noch acht Stunden Schlaf, bleiben vier Stunden am Tag für Familie, Freunde, Hobbys, Essen, Trinken, Hygiene und so weiter..
Das scheint nicht sehr arbeitnehmerfreundlich.
Es stellt sich die Frage, wie viel Stunden pro Tag man in Deutschland denn Arbeiten darf?

Gesetzeslagen

Zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit der Arbeitnehmer gilt in Deutschland das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Darin finden sich unter anderem Vorschriften zur Arbeitszeit, zu Ruhepausen, oder zur Nacht- und Schichtarbeit
Aus § 3 Satz 1 ArbZG ergibt sich, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten darf. Die Arbeitszeit darf allerdings auf zehn Stunden pro Tag verlängert werden, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit pro Werktag, in einem Zeitraum von sechs Monaten bzw. 24 Wochen, acht Stunden beträgt, § 3 S. 2 ArbZG.

Allerdings existiert auch für diese Regelung eine Ausnahme. So kann in einem Tarifvertrag die Arbeitszeit auf über zehn Stunden pro Werktag ausgeweitet werden, wenn regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst anfällt. Der Ausgleichszeitraum kann dabei verlängert werden, oder unter gewissen Umständen sogar ganz ausgehebelt werden, § 7 Nr.1 a, b & Nr. 8, § 7 IIa ArbZG.


Weitere Ausnahmen können für Beschäftigte in der Landwirtschaft, in der Behandlung, in der Betreuung und Pflege von Menschen, im öffentlichen Dienst und in öffentlichen Religionsgemeinschaften gelten.
Außerdem kann eine Arbeitsschutzbehörde in manchen Fällen eine längere Arbeitszeit pro Tag genehmigen, § 15 ArbZG.

In Deutschland darf ein Arbeitnehmer also eigentlich nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten, allerdings kann dieser Grundsatz durch einige gesetzliche Spielräume ausgehebelt werden. Auch die 12 Stunden-Schicht kann damit rechtmäßig sein.

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