Der Tod eines geliebten Menschen ist nicht nur emotional schwer zu bewältigen, er stellt zudem auch noch einen organisatorischen Aufwand dar. Neben Erbangelegenheiten und mehreren Behördengängen muss die Beerdigung geplant und ein Termin für diese gefunden werden. Zusätlich zur Trauer noch auf die Arbeit zu gehen scheint unvorstellbar.

Gibt es einen Anspruch auf Urlaub aufgrund eines Todesfalles?

 

Rechtslage

Zunächst sollten Sie als Arbeitnehmer gründlich ihren Arbeitsvertrag durchlesen. Eventuell finden Sie dort eine Klausel, die regelt ob und wie lange Sie sich im Todesfall frei nehmen dürfen. 
Sollte in Ihrem Arbeitsvertrag keine solche Regelung niedergeschrieben worden sein, greift die gesetzliche Regelung.
§ 616 BGB regelt den „bezahlten Sonderurlaub“. Danach muss der  Arbeitnehmer unverschuldet, aus privaten Gründen, für eine nicht erhebliche Dauer an der Arbeit gehindert werden. 
Diese Voraussetzungen sind im Falle einer Beerdigung erfüllt, allerdings hängt die Freistellung vom Grad der Verwandschaft zum Verstorbenen ab. Die herrschende Meinung befreit den Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht im Todesfall der Kinder, des Partners, der Eltern und der Geschwister.
Im Todesfall der Groß- oder Schwiegereltern muss auf die Kulanz des Arbeitgebers gehofft, oder ein regulärer Urlaubstag genommen werden. Das Gleiche gilt im Todesfall entfernterer Verwandten, Freunden und Bekannten.
Wie lange man als Arbeitnehmer im Todesfall freigestellt ist, ist nicht genau geregelt, bewegt sich normalerweise aber zwischen ein und drei Tagen. 

Sollte für ihr Arbeitsverhältnis allerdings ein Tarifvertrag vorliegen, können sie aus diesem ganz genau entnehmen wie viele Tage Sie frei haben

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